Hamburger Sport-Verein e.V.

"Die Feier endete mit der aufgehenden Sonne am Fischmarkt!"


Falk Tiede im Interview der Woche

Am vergangenen Woche holte die Rugbymannschaft des HSV im entscheidenden Spiel und etwas überraschend die Meisterschaft in der Verbandsliga Nord. Abteilungsleiter Falk Tiede erzählt im Interview der Woche von dem Zusammenhalt im Team, den Feierlichkeiten nach dem Sieg und wie man in der Oberliga bestehen will. Die erste Frage kommt diesmal von Weitspringerin Nadja Käther.

Nadja Käther: Vorab: Glückwunsch zu eurer Meisterschaft! Habt ihr vor der Saison überhaupt damit gerechnet, aufzusteigen?

Falk Tiede: Ziel der Mannschaft war es in den nächsten zwei Jahren aufzusteigen. Basierend auf dieser Vorgabe hat der neue Trainer sein Konzept ausgerichtet. Nach dem Sieg in Kiel sagte er zu uns im Mannschaftskreis: "Ihr habt mir einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht und nun sind wir ein Jahr zu früh dran!"

HSV e.V.: Was hat die Mannschaft gerade in den letzten Wochen in den entscheidenden Spielen ausgezeichnet?

Falk: Wie hart die Mannschaft gearbeitet und wie schnell sie die neuen Ideen des Trainers angenommen sowie umgesetzt hat. Dies zeigte sich darin, dass, aufgrund der vielen Verletzten, nachgerückte Spieler nahtlos integriert werden und sofort dort anschließen konnten, was begonnen wurde. Wir sind als Team noch mehr zusammengerückt und jeder hat für den anderen gearbeitet und selbstlos unterstützt.

Vor dem Spiel: Einheitliches Krawatten-Outfit, nach dem Spiel: eine rasierte Raute auf der Brust. Es scheint als würdet ihr euch voll mit dem HSV identifizieren oder?

Falk: Natürlich sind wir stolz die Raute auf der Brust (in der Brust rasiert) zu tragen und bei Spielen den Verein repräsentieren zu dürfen.

Was kannst du uns über die Feierlichkeiten nach dem Spiel am Samstag sagen?

Falk: Ein Rugbyspiel besteht aus jeweils zwei Halbzeiten von 40 Minuten, in denen es hart zur Sache geht. Jedoch sind wir Rugbyspieler für unsere dritte Halbzeit bekannt, für die jeder nochmal seine zweite Luft bekommt. Diese war am Samstag sehr lang und begann mit einer feucht, fröhlichen Busfahrt zurück nach Hamburg mit diversen Stopps. In Barmbek angekommen, ging die Feier richtig los und endete mit der aufgehenden Sonne am Fischmarkt!

Als Abteilungsleiter denkst du bestimmt schon jetzt an die Zukunft. Worauf kommt es jetzt an, damit ihr in der Regionalliga bestehen könnt?

Falk: Das ist richtig. Für mich gibt es zwei Bereiche, an denen wir arbeiten müssen, um weiterhin erfolgreich zu bleiben. Einer ist der sportliche und der andere ist der strukturelle Bereich der Abteilung. Die Sorgen sind geringer, da wie einen der besten Trainer im Hamburger Umfeld haben, dem ich blind vertrauen kann. Zudem müssen wir die Professionalität steigern und den Spielerkader erweitern. Im strukturellen Bereich müssen wir uns breiter aufstellen, die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen und versuchen neue Sponsoren an uns zubinden. Wichtig finde ich, dass wir denen eine Heimat bieten, die leistungsbedingt nicht mehr mithalten können oder auch altersbedingt nicht mehr die Zeit aufbringen können auf diesem Niveau zu trainieren.


15
Jun '17
  • Amateursport