Hamburger Sport-Verein e.V.

„Man muss nur richtig Bock darauf haben!“


Interview der Woche mit Yalcin Ceylani

Yalcin Ceylani (30) hütet nicht nur den Kasten der HSV-Panthers, sondern spielt auch im Tor für den FC Süderelbe, in der Oberliga Hamburg. Im Interview der Woche spricht er über den Wechsel zum HSV, wie er den Spagat zwischen Futsal und Fußball bewältigt und über sein Erlebnis gegen die Profimannschaft des HSV zu spielen.

Yalcin, vor einem Jahr bist du bzw. seid ihr zum HSV gekommen. Wie verlief der Wechsel und welche Veränderungen gab es, insbesondere für dich?

Yalcin: Unser Vereinsgründer der Hamburg Panthers, Onur Ulusoy, hatte damals den Mannschaftsrat zusammengerufen. Wir haben das Ganze sachlich betrachtet und waren uns alle einig, dass es Zeit ist diesen Wechsel bzw. Übergang zum HSV anzugehen. Anschließend sind wir auf den Rest der Mannschaft zugegangen und auch dort war eine durchweg positive Grundeinstellung zu dem Thema vorhanden. Wichtig war uns allen, dass wir den Namen der „Panthers“ beibehalten, deshalb wurden dann aus den „Hamburg Panthers“, die „HSV-Panthers“. Verändert hat sich dadurch allerdings nicht nur der Name oder das Wappen, sondern auch die Organisation hinter den Kulissen. So ist es deutlich einfacher, wenn ein großer Verein hinter einem steht, anstatt einer Person (Onur), die sich dann um alles kümmern muss. Es sind deutlich mehr Zuschauer bei unseren Heimspielen, die Trainingsorganisation und auch die Ausrüstung sind auf einem höheren Niveau.

Du spielst sowohl Futsal als auch Fußball, wo liegt denn dein Hauptaugenmerk und wie schaffst du es die jeweiligen Trainingseinheiten und Spiele zeitlich zu absolvieren?
Um ehrlich zu sein ist es gar nicht so schwer, wie man es sich vorstellt, man muss nur richtig Bock auf die Sache haben. Du musst einen Fußballverein haben, der dem Futsal positiv gegenübersteht und das ist bei mir der Fall. Mein Fußballtrainer kommt auch oft zu unseren Heimspielen, jedoch ist man als Spieler auch selbst in der Pflicht. Man muss auch mal eine Pause einlegen, wenn der Körper es braucht und es ist ganz wichtig, offen über alles zu reden, möglichst vor der Saison. Ich trainiere montags, dienstags und donnerstags mit der Fußballmannschaft des FC Süderelbe, freitags steht dann meistens das Pflichtspiel in der Oberliga an. Mittwochs trainiere ich dann zusätzlich mit den Panthers. Unsere Spiele in der Futsal Regionalliga sind immer Samstagabends. Mir macht es nichts aus, sechsmal die Woche in zwei Vereinen Vollgas zu geben. Was man in meinem Alter natürlich nicht vergessen darf ist, dass man den richtigen Lebenspartner bzw. Frau dafür haben muss, um so ein Pensum abspielen zu können. Wenn deine Frau oder deine Familie dich nicht unterstützen, dann musst du zwangsläufig eine „entweder oder“ –Entscheidung treffen. Diese Entscheidung muss ich zum Glück nicht treffen, da meine Frau mich unterstützt, wo sie nur kann.

Wie verlief eure Saisonvorbereitung und was sind eure Ziele mit den HSV-Panthers für die Saison?
Die Saisonvorbereitung lief etwas schleppend, wir hatten alle sehr lange mit dem Halbfinalaus im April zu kämpfen. Seit einem Monat sind wir jetzt im Training, fast alle sind fit, weil der Großteil des Futsalteams auch Fußball spielt und dort die Vorbereitung schon deutlich früher angefangen hat. Wir haben ein paar junge Spieler dazu bekommen, die wir jetzt zügig an unsere Spielphilosophie heranführen und möglichst in den Stammkader integrieren wollen.

Was sind deine persönlichen Ziele für die kommende Saison und wie sehr freust du dich auf den Ligaauftakt gegen den FC Fortis am kommenden Sonnabend (18:00 Uhr, Sporthalle Wandsbek)?

Ich denke, dass wir alle das gleiche Ziel haben: Wir wollen wieder die Regionalliga im Norden gewinnen, möglichst so dominant wie im vergangenem Jahr und nachdem wir nun zwei Jahre hintereinander im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft ausgeschieden sind, brennen wir alle darauf dieses Jahr mehr zu erreichen.

Du hast sogar schon gegen die Profimannschaft des HSV vor sechs Jahren gespielt, wie hast du das Spiel und die Stimmung im Stadion erlebt?

Das war schon eine geile Erfahrung, die ich damals mit dem SV Rugenbergen machen durfte! Zwar hatten wir als Oberligist zu der Zeit wirklich gar keine Chance und sind mit 0:12 so richtig baden gegangen, aber es war auf jeden Fall eine coole Erfahrung, die wir da machen konnten. Als ich in der 2. Halbzeit spielen durfte, standen plötzlich mit Heung-min Son, Paolo Guerrero und Mladen Petric richtig bekannte Stars vor mir. Da das Spiel erst einen Tag vorher kurzfristig angesetzt wurde, waren im Stadion nur ca. 500 Leute, meist Familie und Freunde. Trotzdem bleibt es ein tolles Erlebnis, auf welches man gern zurückblickt. Als Revanche würde ich die Profis gerne Mal in die Halle einladen, ich denke dort würden wir sie schlagen (schmunzelt).

Danke für deine Zeit Yalcin und viel Erfolg mit den HSV-Panthers, insbesondere für euren Auftakt gegen den FC Fortis am Samstag um 18 Uhr in der Sporthalle Wandsbek!


05
Sep '18
  • Interview der Woche