Hamburger Sport-Verein e.V.

„Wertvolle Sachen sind nicht immer die wichtigsten!“


Walter Rehmer im Interview der Woche

Er wacht über die größten Schätze des HSV. In dem für die Fans nicht zugänglichen Archiv des Volksparkstadions verwaltet Walter Rehmer um die 60.000 Trophäen und Fanartikel. Kaum einer kennt die Geschichte des HSV so gut wie er. Am heutigen Mittwoch feiert er seinen 65. Geburtstag. Im Interview der Woche gibt Walter einen kleinen Einblick in die große Schatzkiste des HSV und berichtet über große persönliche Momente im Verein.

HSV e.V.: Walter, seit wann bist du für den HSV tätig und hattest du schon immer eine Vorliebe für Geschichte?

Diese Frage muss ich differenziert beantworten. Seit 1999 leite ich ehrenamtlich das Archiv, festangestellt bin ich seit 2003. Seit 1975 bin ich im HSV Fan-Club „Rothosen“. In der Zeit zwischen 1984-1988 war ich Teil des Vorstands im Dachverband der Fanclubs, dies war der Vorläufer des HSV Supporters Club, bei dem ich seit dem 1.05.1994 Mitglied bin. Für den SC engagiere ich mich ebenfalls ehrenamtlich seit 1996 und für Geschichte konnte ich mich bereits zu Schulzeiten begeistern.

Welchen Stellenwert haben das Archiv und das Museum aus deiner Sicht?
Das Archiv und das Museum repräsentieren den gesamten HSV in seiner Geschichte und zeigen die Bedeutung und die Lebendigkeit dieses Vereins. Jeder einzelne Gegenstand erzählt eine eigene Geschichte. Wir möchten das Archiv ständig erweitern und sind dankbar für jede weitere Gabe. Oftmals verkennen Personen, welchen Wert ein alter Artikel oder eine Einladung zu einem Spiel mit sich bringen. Das Archiv soll soweit vervollständigt werden, wie es nur geht und dabei hoffen wir auf die Unterstützung aller HSVer.

Auf welche Schätze bist du besonders stolz?
Besonders gefallen mir spezielle, ausgefallene Objekte, die wir von anderen Vereinen bekommen haben. Diese haben eine wesentlich höhere Aussagekraft über den Verein, als beispielsweise ein Pokal oder ein Teller, den man für ein Spiel bekommt. Ein gutes Beispiel dafür ist die Skulptur eines Stiers, die uns Atlético Madrid anlässlich des Europapokal-Halbfinales 1977 zukommen ließ. Der Stierkampf ist in Spanien große Tradition und somit hat diese „Trophäe“ eine deutlich höhere Aussagekraft und einen Bezug zur Stadt und dem Verein, als es ein Pokal hätte haben können. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass wertvolle Sachen nicht immer die wichtigsten sind.

Wann bist du zum HSV gekommen und seit wann bist du Mitglied im HSV e.V.?
Mein erstes Spiel im Volksparkstadion sah ich am 5.12.1964. Es war die gleiche Stelle an der wir jetzt sitzen (lacht). Der HSV gewann mit 3:2 gegen München. Von da an schlug mein Herz für die Raute. Mitglied bin ich jedoch erst einige Jahre später geworden. Als der Supporters Club gegründet wurde, trat ich zum 1.05.1994 in den Verein ein. Hier sah ich mich vertreten, da die Stimme der Fans von Bedeutung war.  

Wie wichtig ist der Amateursport für den HSV?
Der Amateursport ist ein sehr wichtiger Teil des HSV, auch aus dem Selbstverständnis des Vereins. Natürlich zieht die Bundesligamannschaft die Aufmerksamkeit auf sich und ist in allen Medien präsent, aber man sollte nie vergessen, dass der HSV ein Universalsportverein ist, der er auch immer bleiben soll.

Welcher HSV-Moment war dein größter?
Einen einzigen hier herauszufiltern ist schwierig, da es in meiner Zeit als HSV-Fan einige Momente gab. Der wohl schönste Moment war der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger am 11. Mai 1977. Ein persönlich sehr bedeutsamer Moment war, als ich im Dezember 2003 mit der Ehrennadel für meine ehrenamtliche Arbeit im HSV Archiv ausgezeichnet wurde. Hier wurde mir gezeigt, dass meine Arbeit wertgeschätzt wird.

Der HSV ist für mich..?
Der HSV ist für mich eine große Liebe und Lebenseinstellung.

Der gesamte Verein gratuliert Walter Rehmer ganz herzlich zum 65. Geburtstag und wünscht ihm für die Zukunft beste Gesundheit und viel Erfolg bei den kommenden Aufgaben.


06
Dez '17
  • Interview der Woche