Hamburger Sport-Verein e.V.

Interview der Woche mit Michael Voß


"Ich bin zuversichtlich, dass der HSV seine Entwicklung fortsetzen wird"

Seit dem 14. Lebensjahr ist „Michi“ Voß mit dem HSV verbunden. Was damals mit einer Mitgliedschaft im Schachbereich begann, entwickelte sich zu einer gemeinsamen leidenschaftlichen und beruflichen Beziehung. Im Interview der Woche spricht Michael über seine Zukunftspläne, seine Aufgaben beim HSV und die unvergesslichen Momente aus den letzten 35 Jahren.

Im Januar endet nach 35 Jahren hauptamtlicher Arbeit deine berufliche Zeit beim HSV. Weißt du schon, was du dann mit deiner vielen Freizeit anfangen wirst?
Ich möchte mich mehr meinen Hobbys widmen, Schachspielen und mich dort auch als Schiedsrichter wieder stärker einbringen. Zuletzt habe ich auch wenig Zeit dafür gefunden, schwimmen zu gehen, was ich unbedingt wieder regelmäßig machen möchte.

Über die Dauer deiner Tätigkeit hast du mehrere Funktionen beim HSV innegehabt und bist schlussendlich im Bereich der Mitgliederverwaltung und des Datenschutzes gelandet. In welcher Funktion hast du deine spannendste Zeit im Verein erlebt?
Besonders spannend war die Betreuung der EDV, als diese noch in ihren Kinderschuhen steckte und ich somit ihre Entwicklung und die ersten Einsätze hautnah miterleben konnte. Während dieser Zeit habe ich einige Jahre lang die Anzeigetafel im Volksparkstadion - damals erstmals computergesteuert - betreut und so einen unvergesslichen Einblick in den Regiebereich der großen „Fußballshow“ bekommen. Unvergessen bleiben für mich zudem einige spannende, aber auch traurige Momente, wie beispielsweise die Verletzung von Dietmar Jakobs, bei der auch in der Regiezentrale zunächst unklar blieb, was überhaupt passiert war. Daneben natürlich der Neubau des Volksparkstadions mit dem packenden Champions League-Spiel gegen Juventus Turin im halbfertigen Stadion.

Als du zum HSV gekommen bist, warst du zunächst ein wichtiger Teil der Schachabteilung. Schlägt dein Herz für den Fußball oder ist die Leidenschaft fürs Schachspiel größer?
Als ich zum HSV-Schach kam, gab es die Abteilung schon einige Jahre. Harro Dahlgrün hatte sie in den 50er-Jahren gegründet und mich dann zum HSV gebracht. Meine Leidenschaft war schon immer das Schachspiel und Fußball lernte ich erst so richtig beim HSV schätzen und lieben. Ein fanatischer Fußballfan bin ich aber nie gewesen. Ich genieße die Atmosphäre unserer Heimspiele, auswärts bin ich dagegen nur ganz selten unterwegs.

Du hast in diesem Jahr deine 50-jährige Mitgliedschaft im Verein gefeiert. Was waren während dieser Zeit deine schönsten HSV-Erlebnisse?
Einiges davon habe ich bereits erwähnt. Den Neubau des Volksparkstadions hautnah mitzuerleben, das war schon eindrucksvoll. Von Katastrophen - wie einem Wassereinbruch in den Büros, als es noch kein Dach gab - bis zu den schönen Spielen gegen europäische Mannschaften habe ich sehr viel miterleben dürfen. Das 100-jährige Vereinsjubiläum 1987 und der Pokalgewinn im selben Jahr als krönender Abschluss waren schon sehr schöne Erlebnisse.

Während deiner 35-jährigen Tätigkeit im Verein gab es tolle Momente, aber auch turbulentere Zeiten. Gibt es etwas, dass du dem HSV nach der Ära Voß wünschst?
Der HSV hatte während meiner Zeit Höhen und Tiefen - er war aber nie langweilig. Immer spannend schaffte er es für unvergessliche Erlebnisse zu sorgen. Nicht nur im Fußball, sondern auch in allen anderen Bereichen gab es dabei allerhand Bewegendes. Ich bin zuversichtlich, dass der HSV seine Entwicklung fortsetzen wird und die Arbeit der letzten Jahre Erfolge mit sich bringt. Diese und die nicht nachlassende Unterstützung seiner Fans wünsche ich dem HSV auch in den nächsten Jahren.


13
Dez '18
  • Interview der Woche