Hamburger Sport-Verein e.V.

"Wir wollen als gesamter HSV auftreten."


Interview der Woche mit Marcell Jansen

Im Interview der Woche spricht HSV-Präsident Marcell Jansen über anstehende Aufgaben, seine Ziele und Pläne mit dem HSV und die Gründe für sein Engagement im Amateursport.


Um 17.15 Uhr stand am vergangenen Sonnabend fest, dass die HSV-Mitglieder dir das Vertrauen schenken und du den Verein in den kommenden Jahren als Präsident führen wirst. Wie sah deine Gefühlswelt direkt nach der Wahl aus?

Direkt nach der Wahl war die Dankbarkeit den HSV-Mitgliedern gegenüber das stärkste Gefühl, da sie eine ähnliche Situation sehen, wie ich es tue, und sie meine Themen teilen. Dazu ist natürlich ein gewisser Druck und Stress abgefallen, der sich über die vergangenen zwei Wochen aufgebaut hat. Besonders diese zwei Wochen vor der Mitgliederversammlung haben sich extrem dem Thema Präsidentschaftswahl beim HSV gewidmet. Es war eine sehr intensive Zeit mit vielen Gesprächen und Formaten, zumeist zusammen mit den anderen Kandidaten, die ich aber auch als sehr wichtig empfunden habe, um meine Inhalte zu vermitteln. Vor meiner Rede am Sonnabend habe ich eine gewisse Anspannung gespürt, die sich total von früheren Auftritten unterschieden hat, da die Energie und Emotionalität eine ganz andere war. Immerhin habe ich zu dem Herzen unseres Vereins gesprochen und diese Situation ist nicht vergleichbar mit einem Kamera-Auftritt nach einem WM-Spiel. 


Am Montag hast du bereits die Geschäftsstellen-Mitarbeiter in Norderstedt und im Volksparkstadion kennengelernt. Was steht für dich als HSV-Präsident in den nächsten 1-2 Wochen außerdem an?

Natürlich ist mein Terminkalender in den nächsten Tagen recht voll, was aber auch zu erwarten war und gut ist. Das erste Kennenlernen und der erste Austausch mit den Mitarbeitern des HSV e.V. war bereits sehr positiv. Jetzt stehen viele Punkte zu unseren Schwerpunkten im e.V. auf meiner Agenda. An diesem Wochenende sind das unter anderem die Veranstaltung für lebenslange Mitglieder im Campus und das Filmevent im Zusammenhang mit dem Heimspiel der BG Baskets am Sonnabend oder der Neujahrsempfang unseres Amateurvorstands am Sonntag. Das sind Themen, die kurzfristig anstehen und gleichzeitig wichtige Veranstaltungen, bei denen ich selbstverständlich präsent sein werde und mich sehr darauf freue, direkt mit vielen Menschen unseres Vereins in Kontakt zu kommen. In den kommenden Wochen werden dann einige Workshops stattfinden und es gilt, Inhalte wie Sponsoring und Weiterentwicklungsthemen zu besprechen und Pläne auszuarbeiten, um unsere Ziele in den kommenden Monaten als Team umzusetzen.


Du hast betont, dass du den HSV einen möchtest und im e.V. große Potenziale siehst. Was sind deine konkreten Ziele und Pläne, die du nun angehen möchtest?

Für den HSV e.V. gibt es viele Unterpunkte, die wir zusammen ausarbeiten wollen, um somit Inhalte kreieren zu können. Der Schwerpunkt liegt für mich darauf, den e.V., gemeinsam mit unserem gesamten Team, noch bekannter zu machen und hinsichtlich Themen wie Digitalisierung, Sponsoring und Vermarktung weiterzuentwickeln. Wir müssen den Hintergrund des HSV e.V. und unsere Inhalte deutlich stärken. Bei all diesen Dingen wollen wir als gesamter HSV auftreten und unsere beiden Säulen, die HSV Fußball AG und den Verein als Mehrheitseigner, zusammenbringen, was aktuell auch sehr gut gelebt wird. Bei den Visionen, die wir im HSV e.V. haben, können und wollen wir die AG mitnehmen, um gemeinsam Schnittstellen und gute Ideen zu erarbeiten. Genauso ist es andersherum. So können wir nachhaltige Konstrukte aufbauen, durch welche die Marke HSV insgesamt profitiert.


Seit Anfang 2018 spielst du für die dritte Mannschaft des HSV in der Landesliga Hammonia. Wie kommt es, dass du dich, trotz deiner langjährigen Erfahrungen im Profifußball-Bereich, so für den Amateursport engagierst?

Diese Frage ist einfach zu beantworten, da ich selbst aus dem Amateursport komme und dort in der Jugend als Hobby mit dem Kicken angefangen habe, damals noch bei einem kleinen Verein in meinem Heimatdorf bei Mönchengladbach. Um es auf den Punkt zu bringen: als mein Hobby dann mit 18 Jahren zum Beruf wurde, hatte ich es verloren. Ich habe mir aber immer gewünscht, den Fußball auch als Hobby zurückzuerhalten und das habe ich seit über einem Jahr beim HSV III. Ich liebe grundsätzlich den bodenständigen Charakter des Amateursports und daher ist mein Engagement beim HSV III und für den HSV e.V. sehr naheliegend. Ich identifiziere mich total mit unserem Verein und für mich war bereits nach dem ersten Probetraining klar, dass ich mich, solange es meine Knochen noch mitmachen, bei den Jungs sehr wohlfühle. Wir haben tolle Charaktere in der Mannschaft und es ist ein sehr schönes Gefühl, nach einem langen Arbeitstag mit vielen Meetings auf unserem tollen Trainingsplatz in Norderstedt zu stehen, mit den Jungs zu kicken und vielleicht auch mal ein Feierabend-Bier nach dem Training zu trinken. Als ich bei unserer „Dritten“ anfing, wusste ich natürlich noch nicht, dass nun der Schritt zum HSV-Präsidenten folgt.


Als HSV-Präsident bekleidest du künftig ein Ehrenamt. Daneben bist du bereits seit deinem Karriereende in verschiedenen Bereichen als selbstständiger Unternehmer aktiv. Welche Projekte stehen dort für dich im Mittelpunkt?

Mit meiner Beteiligungsgesellschaft gibt es eine gebündelte Thematik, wobei die Schwerpunkte auf Sport, Lifestyle und Gesundheit liegen. Das sind alles Themen, die mir persönlich wichtig sind. Der Grund und die Vision hinter den Projekten ist dabei immer, meine privilegierte Stellung als ehemaliger National- und Bundesligaspieler sowie alle Erfahrungen, die ich während dieser Zeit sammeln durfte, weiterzugeben. Durch meine Kontakte und Anlaufstellen, beispielsweise zu einem Lifestyle-Sanitätshaus, aber auch bei allen anderen Projekten, möchte ich einen Mehrwert für die Menschen liefern. Sich gut zu ernähren, Sport zu treiben, etwas für sich selbst zu tun – das sind die Dinge, die ich mit meinen Beteiligungen transportieren möchte.


23
Jan '19
  • Interview der Woche