Hamburger Sport-Verein e.V.

"Wir haben viele sehr ambitionierte Athleten"


Interview der Woche mit Janine Schlichting und Sebastian Bayer

Mit Sebastian Bayer, Koordinator Leistungssport, und Janine Schlichting, Koordinatorin Breitensport, hat sich die Leichtathletikabteilung im HSV vor kurzem noch breiter aufgestellt. Im Interview der Woche sprechen die beiden über ihre neue Funktion, erste Erfolge und die Ziele der Abteilung.

Seit Anfang Februar beziehungsweise Anfang März seid ihr in eurer neuen Funktion aktiv. Wie waren eure ersten Wochen? Habt ihr euch schon gut eingelebt?


Janine:
Die ersten Wochen waren interessant, vielfältig und intensiv. Da bereits mit Antritt der Stelle die kurzfristigen Ziele eindeutig waren, ging es sofort an die Arbeit. Innerhalb von zwölf Tagen stand mit den Sportcamps beispielsweise das erste Sportangebot und auch drumherum gab es viel zu organisieren. Dazu gab es anfangs viele Gespräche mit Trainern sowie Verantwortlichen vom Hamburger Sport-Bund, Bezirksämtern, Trainingsstätten und verschiedenen Trainingsgruppen. Ich muss schon nach den ersten Wochen sagen, dass ich es bewundernswert finde, mit wie viel Leidenschaft unsere Trainer und Athleten dabei sind und den HSV mit Stolz repäsentieren.

Sebastian: Die ersten Wochen waren auch bei mir sehr gut und ich bin sehr positiv aufgenommen worden. Diesen Eindruck habe ich auch bei Janine. Um ehrlich zu sein, habe ich den Verein und die Abteilung vorher nicht so komplex wahrgenommen - dies hat mich sehr positiv überrascht. Hier passiert wahnsinnig viel und alle Mitarbeiter, aber auch alle Ehrenamtlichen und Sportler arbeiten mit vollem Herzblut für den HSV.


Sebastian, mit Bennet Vinken hat der HSV seit kurzem einen Deutschen Meister im Juniorenbereich in seinen Reihen. Wie ist der Nachwuchs aufgestellt – könnten demnächst weitere Erfolge dazukommen?


Das ist natürlich das Ziel! Die Athleten und Trainer arbeiten hart an ihren Zielen - und diese sind nicht wirklich klein, was ich natürlich begrüße und versuche, beide Parteien dabei maximal zu unterstützen. Wir haben nicht nur einen Deutschen Meister in unserer U20, sondern dazu noch viele sehr ambitionierte Athleten, denen ich in der Zukunft einiges zutraue.


Janine, du hast in den letzten Jahren die Fußballschule des HSV koordiniert - immerhin die größte aller Bundesligisten. Nun bist du in ähnlicher Funktion für die Leichtathletikabteilung tätig und organisierst unter anderem Feriencamps. Welche Angebote wird es geben und welches Potenzial besteht generell in diesem Bereich?


In Hamburg gibt es zumeist nur reine Fußballcamps, sodass wir mit unseren Sportcamps die Möglichkeit bieten, mehrere Sportarten gleichzeitig kennenzulernen. Dadurch, dass die Sommerferien natürlich recht lang sind, suchen Eltern für ihre Kinder immer häufiger eine Ferienbetreuung, bei der die Bewegung im Vordergrund steht. Und diese können wir nun bieten. Neben den Sportcamps und Sporttagen für Kinder bieten wir zudem Lauf-, Fitness-, und Nordic Walking-Kurse für Erwachsene an. Im Gegensatz zu einem Fitnessstudio kann bei uns über zwei bis drei Monate getestet werden, ob ein Sportkurs das Richtige. Dort trainieren wir in der Gruppe, haben gemeinsam Spaß und verfolgen in jedem Kurs ein Trainingsziel.


Was sind eure nächsten Schritte? Welche langfristigen Ziele habt ihr mit der Leichtathletikabteilung?


Janine:
Da jetzt die ersten Sportangebote konzipiert sind, geht es nun darum, noch weitere zu schaffen. Lauf-Events oder Auswärtsfahrten könnten da zum Beispiel interessant sein. Des Weiteren möchten wir gerne den Anmeldestopp für die Trainingsgruppen aufheben und den Betreuungsschlüssel in den unteren Jahrgängen optimieren. Generell ist das Ziel, den Breitensport in der HSV-Leichtathletik mit weiteren Sportkursen auszubauen und dabei noch professioneller zu werden. Dafür gilt es, die Trainer zu schulen und ein einheitliches Konzept auszuarbeiten.

Sebastian: Mein Ziel ist es, nicht nur den Leistungssport nach vorne zu bringen, sondern, dass die ganze HSV-Leichtathletikabteilung in Norddeutschland und am besten in ganz Deutschland wieder mit Strahlkraft nach außen wirkt. Dadurch erhoffe ich mir natürlich für meinen Bereich neue Talente, die wir unterstützen können, um ihre Ziele zu verwirklichen. Durch unser neues Büro direkt in der Leichtathletikhalle, welches wir Anfang April bezogen haben, werden wir ab sofort am Trainingsstandort arbeiten, um den Athleten und ihren Trainern näher zu sein und dadurch noch bessere Bedingungen zu schaffen.

Als Leichtathlet ist die Finanzierung der eigenen Karriere oft eine Herausforderung. Sebastian, wie konntest du diese während deiner aktiven Zeit meistern?


Sebastian:
Das stimmt. Ich habe da natürlich auch etwas Glück gehabt, dass ich neben dem HSV als Verein noch Sponsoren und vor allem auch die Bundeswehr als Arbeitsgeber hatte. Ohne diese finanzielle Unterstützung hätte ich den Kopf sicher nie so frei gehabt, um mich auf meine sportliche Leistung konzentrieren zu können. Und auch meinen jetzigen Schritt von der Sportkarriere in die Berufswelt fördert die Bundeswehr mit einem Eingliederungszuschuss, weswegen ich selbst und auch der HSV sehr dankbar sind.


03
Apr '19
  • Interview der Woche