Hamburger Sport-Verein e.V.

"Die Nationalhymne zu hören, war ein sehr emotionaler Moment"


Interview der Woche mit Ian-Prescott Claus

In der vergangenen Woche war HSV Panthers-Kicker Ian-Prescott Claus gemeinsam mit Onur Saglam und Michael Meyer bei der deutschen Futsal-Nationalmannschaft. Eine intensive Woche, mit drei EM-Qualifikationsspielen und jeder Menge Trainingseinheiten, stand in Georgien auf dem Programm. Im Interview der Woche spricht Ian über sein Debüt im DFB-Dress, sein erstes Länderspieltor und das anstehende Derby gegen den FC St. Pauli.

Ian, du hast in der vergangenen Woche bei der Deutschen Futsal-Nationalmannschaft debütiert, hast dein erstes Tor erzielt und ihr habt erstmals die EM-Playoffs erreicht. Wie haben sich die vergangenen Tage für dich angefühlt? 

Ich war sehr glücklich über die Nominierung für die deutsche Futsal-Nationalmannschaft und habe mich dementsprechend auch geehrt gefühlt. Die Tage beim DFB waren unglaublich lehrreich und interessant. Schon bei der Anreise sagte mir unser Trainer, dass ich zur Starting-Four gehöre. Daher war ich von Anfang an nochmal besonders motiviert, aber auch leicht aufgeregt. Im ersten Spiel gegen Georgien haben wir eine richtig gute Leistung abgerufen, aber das Spiel nach Führung leider verloren. Über mein erstes offizielles Länderspiel habe ich mich sehr gefreut und auch die Nationalhymne erstmals auf dem Platz zu hören, war ein sehr emotionaler Moment für mich. Nach der Niederlage folgte gleich der nächste Tiefpunkt. Ich hatte starke Probleme mit meinem Knie und musste im zweiten Qualifikationsspiel gegen Kosovo passen. Trotzdem war es bereits vor Anpfiff bewegend für mich, da die Jungs im Kreis gesagt haben, dass sie heute für mich spielen und die Partie letztendlich auch mit 8:4 gewannen. Der Höhepunkt der Woche war das Entscheidungsspiel um den Playoff-Einzug gegen Österreich. Ich habe trotz anhaltender Schmerzen mitwirken können und bin sehr froh, dass ich mit meinem ersten Länderspieltor dazu beitragen konnte, dass wir die Playoffs erreicht haben. Das Gefühl beim ersten Treffer im DFB-Dress kann ich gar nicht beschreiben, es war einfach unglaublich.

Was bedeutet dieser Erfolg für den Futsal in Deutschland?

Für den Futsal in Deutschland bedeutet jeder Sieg der Nationalmannschaft sehr viel, denn es gibt die DFB-Auswahl noch nicht allzu lange und den Erfolg, den wir in der kurzen Zeit haben, spricht für die Arbeit des Futsal-Sports hierzulande. Es gibt immer Luft nach oben und ich denke mit der Einführung einer Futsal-Bundesliga wird der ganze Sport noch professioneller. Ich bin sehr gespannt, wo der Weg des deutschen Futsals noch hinführt, denn die Möglichkeiten, die sich bieten, sind auf jeden Fall riesig.

Alle Panthers-Akteure haben im DFB-Dress überzeugt, ihr habt neun der dreizehn Tore in den drei Qualifikationsspielen erzielt. Spricht das für die Qualität der HSV-Panthers?

In gewisser Weise zeigt es schon die Qualität der Stadt Hamburg und unseres Teams im Futsal. Aber man muss auch ganz klar sagen, dass wir ein Spiel nicht zu dritt gewinnen - da gehören alle dazu. Wir haben im gesamten DFB-Konstrukt eine unglaubliche Qualität und das haben wir in der vergangenen Woche abrufen können. Grundsätzlich gehört Hamburg für mich zu den besten Futsal-Regionen Deutschlands. Wir waren schließlich nicht umsonst im Finale um die Deutsche Meisterschaft.

Die HSV-Panthers sind aktuell ungeschlagener Tabellenführer der Regionalliga Nord. Was sind eure Ziele in dieser Saison und was hast du dir persönlich noch vorgenommen?

Unsere Ziele sind klar, wir wollen Meister in der Regionalliga Nord werden und natürlich auch die Deutsche Meisterschaft gewinnen. Aber wir wissen, nicht zuletzt aus dem vergangenen Jahr, wie schwer das wird. Die anderen Teams schlafen nicht. Trotzdem bin ich guten Mutes, dass wir es in diesem Jahr schaffen können. Wir sind Favorit auf den Titel und wollen ihn endlich wieder nach Hamburg holen!

Am kommenden Wochenende steigt das Stadtderby gegen den FC St. Pauli. Was erwartest du für eine Partie?

Ich glaube, es wird ein sehr hitziges Spiel. Ein Stadtderby ist immer etwas Besonderes. Trotzdem denke ich, dass wir genug Qualität in unseren Reihen haben, um das Spiel am Ende souverän und verdient zu gewinnen.

Neben dem Futsal bist du für den SC Victoria Hamburg in der Oberliga aktiv. Wie schaffst du es, beides zu vereinen?

Da möchte ich an dieser Stelle ein riesengroßes Dankeschön an den SC Victoria Hamburg und meine beiden Trainer, Marius Ebbers und Martin Spreitz, aussprechen. Der gesamte Verein unterstützt mich in puncto Futsal sehr. Alle stehen dahinter und sind auch sehr interessiert an dem Sport. Ich persönlich finde auch, dass mehr Trainer im Hamburger Amateurfußball diese Einstellung an den Tag legen und dementsprechend dem Futsal nicht die Türen verschließen sollten. Für mich gibt es nur Vorteile und an meinem Beispiel sieht man, dass beides sehr gut funktionieren kann, ohne dass eine der beiden Parteien darunter leidet.

Wenn du mal nicht die Kugel am Fuß hast, was machst du dann in deiner Freizeit?

Für mich gibt es nur die Kugel am Fuß und meinen Boxer-Rüden Oskar, die beiden besten Freunde der Welt.

Fotos: Witters, DFB


05
Feb '20
  • Interview der Woche