Hamburger Sport-Verein e.V.

"Ich war erstaunt, wie schnell man mit einem Rollstuhl übers Feld fegen kann"


Interview der Woche mit Dirk Frohnert, Teambetreuer der BG Baskets Hamburg

Im Interview der Woche spricht BG Baskets-Teambetreuer Dirk Frohnert über seine Faszination für die Sportart Rollstuhlbasketball, seine Aufgaben als Teambetreuer und den emotionalsten Moment mit den BG Baskets.

Dirk, du bist seit dieser Saison Teambetreuer der BG Baskets Hamburg. Wie verlief dein Start?

Mein Start als Teambetreuer war sehr aufregend. Da wir direkt zu Beginn der Vorbereitung ein Turnier in Thüringen und noch zwei Testspiele in Rahden hatten, waren wir viel unterwegs und ich musste die ersten Tage erst einmal verinnerlichen, welches Equipment zu welchem Spieler gehört.

Wie bist du dazu gekommen, das Team in dieser Funktion zu unterstützen?

Zum Abschlussspiel in der vergangenen Saison haben wir von der Zoder Spedition, dem Logistikpartner der BG Baskets, den Transport der Sportrollstühle mit einem kleinen LKW durchgeführt.  Dort erfuhr ich, dass es für den bisherigen Teambetreuer Jan die letzte Saison sein würde. Nach einigen Überlegungen erkundigte ich mich bei David Schulze, dem Koordinator der BG Baskets, nach den Aufgaben eines Teambetreuers, da ich Interesse daran hatte.

Was sind denn deine konkreten Aufgaben als Teambetreuer?

Meine Aufgaben als Teambetreuer sind abwechslungsreich und beinhalten vorrangig die Betreuung sowie den Transport des Teams und des Equipments. Vor dem Spiel bin ich bei der Teambesprechung mit dabei und kontrolliere beim Aufwärmen den Reifendruck der Sportrollstühle. Während des Spiels kümmere ich mich dann um die Ersatzteile. Falls es während des Spiels zu Schäden kommt, muss ich schnell für Ersatz sorgen und beispielsweise einen Schlauch wechseln. Bei Auswärtsspielen belade ich dann die Autos und sorge vor und nach dem Spiel unter anderem dafür, dass wir eine geeignete Raststätte finden oder Essen direkt an die Halle geliefert wird.

Bevor du als Teambetreuer angefangen hast, warst du Zuschauer. Was waren in dieser Zeit deine schönsten Momente mit den HSV-Rollstuhlbasketballern?

In meinem ersten Spiel war ich erstaunt, wie schnell man mit einem Rollstuhl über das Feld fegen kann und dabei auch noch mit dem Ball dribbelt sowie präzise auf einen Korb wirft. Ebenso war es schön zu sehen, dass man nach dem Spiel problemlos mit den Spielern in Kontakt treten und sich austauschen kann. Mein schönster Moment war der Auswärtssieg im zweiten Playoff-Halbfinalspiel der vergangenen Saison beim RSV Lahn-Dill. Unser damaliger Spieler Vasily Kochetkov versenkte mit der Schlusssirene einen Drei-Punkte-Wurf und sorgte mit diesem sogenannten „Buzzerbeater“ für den Sieg beim absoluten Favoriten.

Was machst du, wenn du dich nicht um unsere Rollstuhlbasketballer kümmerst?

Beruflich fahre ich einen 40-Tonnen- Sattelzug bei der Heinzel Logistik GmbH, welche als Unternehmer bei der Heinrich Zoder Spedition die Trailer, also Anhänger, zu den Kunden fährt. In meiner Freizeit fahre ich leidenschaftlich gerne Motorrad oder genieße die Ruhe auf dem Campingplatz.


06
Nov '19
  • Interview der Woche