Hamburger Sport-Verein e.V.

"Der HSV spielt definitiv eine zentrale Rolle in unserer Musik."


Interview der Woche mit Michael Wendt

Seit mittlerweile 15 Jahren spielen die sechs HSV-Rocker der Band „Abschlach!“ gemeinsam Punkrock und ihre Konzerte sind stets ausverkauft. Im Interview der Woche spricht Sänger Michi über die Anfänge der Band, ihre Liebe zum HSV und kommende Konzerte.

Eure Band „Abschlach!“ gibt es mittlerweile bereits seit 15 Jahren. Wie habt ihr zusammengefunden und warum habt ihr euch dazu entschieden, gemeinsam Musik zu machen?

Uns als Band gibt es sogar schon deutlich länger, tatsächlich machen wir schon seit 1994 Musik. Immer wieder mal mit wechselnden Musikern und Besetzungen - mal mehr und mal weniger effektiv. Nach einer knapp siebenjährigen Pause haben wir dann im Jahr 2003, während der Supporters Club-Feier zum 10. Geburtstag, unseren ersten Auftritt auf der Cap San Diego gespielt. Wir kannten uns teilweise schon durch die HSV-Szene und von gemeinsamen Auswärtsfahrten. Bei dem einen oder anderen Bier auf den Touren kam dann heraus, dass wir alle in irgendeiner Form einigen Instrumenten begrenzte Töne entlocken können. So entschlossen wir uns, die Erlebnisse rund um unseren HSV in Songs umzuwandeln und es entstand als erster „Abschlach!“-Song überhaupt der Titel „1000 Meilen für den HSV“.

Neben der Musik verbindet euch auch die Leidenschaft zum Fußball - speziell zum HSV – und euer Song „Mein Hamburg lieb' ich sehr“ steht bei den Fans hoch im Kurs. Welche Rolle spielt der Verein bei eurer Musik?

Wie gesagt, kannten wir uns alle von diversen HSV-Reisen durch ganz Europa und unser erster Song handelt genau von diesen Erlebnissen. Insofern spielt der Verein definitiv eine zentrale Rolle in unserer Musik. Auch wenn wir natürlich nicht nur Lieder über den HSV schreiben, so bewegen wir uns dennoch fast ausnahmslos in der HSV-Fanszene - persönlich und eben auch musikalisch. Die Verbindung zum Fußball im Allgemeinen ergibt sich schon aus unserem Bandnamen - der „Abschlag“ des Torwarts oder der Abschlag der Spieler mit den Fans, auch „Shake Hands“ genannt. Das gehörte früher in der alten Westkurve zur Tradition. Nach fast jedem Spiel liefen die Spieler über die Tartan-Laufbahn zum Block E/F an den Zaun und haben mit den Fans abgeschlagen. Und „Abschlach!“ wird natürlich mit „ch“ geschrieben, weil wir ja aus Hamburch kommen.

Als der HSV den letzten Titel gewann, warst du elf Jahre alt. Gibt es einen HSV-Moment, an den du dich besonders gerne zurückerinnerst und der euch eventuell auch bei einigen Liedern inspiriert?

Unsere Lieder sind eher inspiriert von den letzten Jahren voller gemischter Gefühle, Berg- und Talfahrten und Führungsproblemen, die wir versuchen in unseren Songs zu verarbeiten. Für mich persönlich waren dennoch die Reisen nach Moskau und Glasgow im Uefa-Cup 1996 absolute Highlights, genauso wie die Champions-League-Saison, in der wir Juventus in Turin 3:1 geschlagen haben. Alle sprechen über das 4:4 zu Hause. Aber, dass wir bei der „Alten Dame“ mal eben so gewinnen, toppt doch so einiges. Ein „besonderes“ Erlebnis war auch das Spiel in Fulham, bei dem wir die einmalige Chance hatten Geschichte zu schreiben. Ich bin noch nie so frustriert von einem Auswärtsspiel nach Hause gefahren…

Euer letztes Konzert in der Großen Freiheit war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Wie nehmt ihr den Andrang wahr und welche Gefühle habt ihr, wenn ihr vor einem vollen Haus spielt?

Das ist für uns jedes Mal der absolute Wahnsinn! Davon träumt doch jeder Musiker und wir dürfen diesen Traum nun schon seit einigen Jahren leben. Ein Mix aus Gänsehaut, Stolz und Pipi in den Augen umgibt uns jedes Mal vor und während unserer Shows. Ein großer Dank geht an dieser Stelle an all unsere treuen Fans, die uns seit Jahren begleiten!

Im kommenden Jahr spielt ihr zwei Konzerte im Docks. Wie steht die Chance, dass eure Fans dort auch neue „Abschlach!“-Songs hören dürfen?

Unser neues Album ist doch gerade mal zwei Monate alt (lacht). Von der CD „Geile Zeit“ werden wir also sicherlich einige Songs spielen. Dazu arbeiten wir momentan an einer Überraschung für das Jahr 2019. Die hat selbstverständlich auch mit Musik zu tun. Und davon wird es dann an den beiden Abenden im Docks reichlich geben!


06
Dez '18
  • Interview der Woche