Hamburger Sport-Verein e.V.

HSV-Museum feiert 15. Geburtstag


Das Interview der Woche mit HSV-Museumsmitgründer Norbert Dethloff

Seit mittlerweile 15 Jahren können sich HSV-Fans und Interessierte im Volksparkstadion die Historie unseres Vereins anschauen. Im HSV-Museum wartet gleich eine ganze Reihe an Exponaten, die sich im Laufe der 131-jährigen Vereinsgeschichte angesammelt haben. Mit Museumsmitgründer Norbert Dethloff sprechen wir im Interview der Woche über die Anfänge sowie schöne Erinnerungen und richten einen kurzen Blick in die Zukunft.

Das HSV-Museum feiert heute Geburtstag. Du bist einer der Museumsgründer - wie kam es vor 15 Jahren zu der Idee?

HSV-Archivar Walter Rehmer hortete glücklicherweise jahrzehntelang Exponate und Dirk Mansen, mit dem ich seit über 20 Jahren befreundet bin, hatte dann die großartige Idee für das Museum. Wir wollten der Geschichte des HSV-Tribut zollen, ihr ein Zuhause geben. Unser Vorbild dabei waren die großen europäischen Klubs aus England, Spanien und Italien.

Mittlerweile finden viele Ausstellungsstücke Platz im Museum. Welches ist dein Lieblingsstück und welches Exponat würdest du dir noch in den Vitrinen wünschen?

Am meisten freue ich mich über den Landesmeisterpokal von 1983. Wirklich vermissen tue ich eigentlich nur die Pokale, an denen wir hauchdünn vorbeigeschrammt sind, wie beispielsweise den UEFA-Cup 1982 und den Weltpokal 1983. In beiden Wettbewerben standen wir immerhin im Finale.

Persönlich bist du mittlerweile seit knapp 30 Jahren mit dem Verein verbunden. Wie bist du damals zum HSV gekommen?

Exakt bin ich seit dem 12. August 1978 Volkspark-Gänger, das war damals ein 3:0 gegen Gladbach. Mein erstes Auswärtsspiel war dagegen leider ein 2:6 in Dortmund am 28. Februar '81. Am 04. September 1996 bin ich dann Vereinsmitglied geworden. In den 70er-Jahren waren die meisten eigentlich Bayern- oder Gladbach-Fans, wegen der großen Erfolge beider Vereine seinerzeit. Der HSV kam erst 1976 in Mode und mein Held war Rudi Kargus, der im Vergleich zu Sepp Maier zwei Dinge besser konnte: Elfmeter halten sowie die coolere lange Torwarthose tragen. Aber eigentlich war die Nähe von Itzehoe zu "seinem" Bundesliga-Klub im Vergleich zu München beziehungsweise Gladbach das Entscheidende.

In deiner HSV-Zeit hast du einiges erlebt. An welche Erlebnisse erinnerst du dich besonders gerne zurück?

Mein absolutes Highlight (leider aber ohne Titelgewinn) war das legendäre 5:1 im Heimspiel gegen Real Madrid am 23. April 1980. Niemals habe ich einen besseren HSV erlebt, als in jener Nacht. Ansonsten natürlich "meine" drei Bundesliga-Meisterschaften und der Pokalsieg 1987 in Berlin. Besonders geschätzt habe ich zudem die Freundschaft zu Hermann Rieger, den ich wirklich immer noch sehr vermisse.

Momentan führt der HSV die Tabelle der 2. Bundesliga an. Was erwartest du vom weiteren Saisonverlauf?

Ein weiteres Jahr in dieser Liga würde uns nicht gut tun. Sowohl finanziell, als auch dem Ansehen unseres Vereins. Dieser Unfall von 2018 muss direkt begradigt werden, ohne wenn und aber. Das kann jedoch nur dann gelingen, wenn alle zusammen die restlichen 14 Spiele mit dem absoluten Willen dazu angehen. Die Spiele in Kiel und in Bielefeld haben gezeigt, dass andere Verein uns auch sehr wehtun können. Alle noch anstehenden Matches sind Entspiele um den Platz im Oberhaus!


06
Feb '19
  • Interview der Woche