Hamburger Sport-Verein e.V.

"Ich liebe Herausforderungen!"


Interview der Woche mit Margareta Kozuch

In den Jahren 2010 bis 2014 wurde Margareta Kozuch jeweils zu Deutschlands Volleyballerin des Jahres gekürt, sie gewann die Champions League und führte die Hallenvolleyball-Nationalmannschaft zu zwei EM-Silbermedaillen. Vor zwei Jahren folgte der Wechsel zum Beachvolleyball und nun zum HSV. Im Interview der Woche spricht Maggie über die Gründe ihres Wechsels, ihre Heimatstadt Hamburg und die Ziele des neuen HSV-Duos Ludwig/Kozuch.


Du hast dem Hallenboden vor zwei Jahren den Rücken gekehrt und bist in den Sand gewechselt. Was war der Grund für den Wechsel und wo liegen die wesentlichsten Unterschiede zwischen Hallen- und Beachvolleyball?


Mein Wechsel von der Halle in den Sand hatte einige Gründe und ich würde sagen, dass am Ende einige Umstände zu diesem geführt haben. Letztendlich bin ich dabei einfach meinem Gefühl gefolgt. Den ersten Unterschied zwischen Halle und Sand bringen natürlich schon die verschiedenen Untergründe mit sich. Dazu kommen Sonne, Wind und Wetter, die den Beachvolleyball im Gegensatz zur Halle beeinflussen. In meinem ersten Beachjahr habe ich sogar auf Schnee gespielt – das haben selbst einige, die schon länger dabei sind noch nie. Auch die Dynamik ist eine ganz andere. Man steht nicht mehr zu sechst auf dem Court und hat Auswechslungen, sondern ist zu zweit und dadurch ununterbrochen an Aktionen beteiligt. Zudem unterscheiden sich auch Taktik und Technik. Generell würde ich sagen, dass zwischen den Sportarten sowohl physisch als auch mental große Unterschiede bestehen, was das Ganze sehr spannend und zu einer großen Herausforderung macht. Und ich liebe Herausforderungen.


Zukünftig wirst du den HSV gemeinsam mit deiner neuen Partnerin Laura Ludwig auf Turnieren vertreten. Weshalb hast du dich für die Raute entschieden?


Ich habe im HSV eine Riesenchance gesehen, mich zu entwickeln. Nicht nur im Beachvolleyball, sondern auch im Sport allgemein und zusätzlich als Person. Ich freue mich daher total, zukünftig für den HSV zu starten. Dazu ist es natürlich unglaublich an der Seite von Laura zu spielen, die im Sport bereits sehr viel erreicht hat, aber auch als Person sehr inspirierend ist. Daher ist es mir zuallererst eine Ehre und ich bin sehr gespannt darauf, was wir in unserer Dynamik Neues kreieren können. Ich sehe sehr viel Potenzial in uns, auch wenn ich noch viel zu lernen habe. Aber ausgelernt hat man nie – egal in welchen Bereichen.


Du bist in Hamburg geboren und ihr trainiert gemeinsam am hiesigen Olympiastützpunkt. Bist du froh, deinen Lebensmittelpunkt nach vielen ausländischen Stationen wieder in deiner Heimatstadt zu wissen?


Ich wurde oft gefragt: „Bist du jetzt nach Hamburg zurückgezogen?“ Ich hatte allerdings das Gefühl, dass ich nie richtig aus Hamburg weggegangen bin. Eigentlich bin ich einfach nur wieder da – aus dem Ausland und von den Reisen. Nichtsdestotrotz freue ich mich natürlich sehr und spüre ein großes Gefühl von Heimat, denn ich bin ein Hamburger Kind.


Euren ersten gemeinsamen Turnierauftritt werdet ihr im April in China haben. Habt ihr euch bereits als Duo gefunden und wo liegen eure momentanen Trainingsschwerpunkte?


Als Team arbeiten wir seit einigen Wochen und Monaten sehr viel, sind sehr fokussiert und konzentrieren uns in jedem Training auf den jeweiligen Moment. Klar – wir freuen uns auf unser erstes gemeinsames Turnier im April, welches erst einmal das nächste Ziel ist. Trotzdem sind wir mit unseren Gedanken und unserem Tun noch bei den Schritten, die wir jetzt gerade gehen können und hoffen, diese im April sehr gut umzusetzen. Aber auch wir werden uns erst noch im Wettkampf finden müssen.


Bei den Olympischen Spielen 2016 gewannen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst als erste HSV-Athleten seit 1896 Olympisches Gold und holten kurz darauf auch den WM-Titel. Welche Ziele habt ihr euch für eure HSV-Zukunft gesetzt?


Natürlich sind die Erfolge, die Laura und Kira zusammen hatten, unglaublich stark und man kann nur den Hut davor ziehen, was sie als einzelne Athletinnen - aber auch zusammen und mit ihrem Team - geleistet haben. Jetzt geht es für uns aber von Neuem los und wir müssen und können uns nicht mit den früheren Erfolgen vergleichen. Daher sollte man diese Vergleiche ein wenig außer Acht lassen und uns als neues Team sehen. Wir haben andere Voraussetzungen und konzentrieren uns auf jeden einzelnen Schritt, wofür wir vergleichsweise wenig Zeit haben. Wir geben jeden Tag einhundert Prozent, um das Maximum rauszuholen und sind mit vollem Herzen dabei. Was dabei am Ende herauskommt, wird man dann sehen.


06
Mär '19
  • Interview der Woche