Hamburger Sport-Verein e.V.

"Ich liebe diesen Sport und möchte meine Erfahrung weitergeben"


Interview der Woche mit Alireza Ahmadi

Seit 2017 trägt Alireza Ahmadi das Trikot der BG Baskets Hamburg, mittlerweile ist der 41-jährige auch Kapitän der Mannschaft von Trainer Holger Glinicki. Im Interview der Woche spricht der gebürtige Iraner über seine Freude an Schulbesuchen im Rahmen der Aurubis-Inklusionstage, die Liebe zur Stadt Hamburg und über eine mögliche Zukunft als Trainer.

Du bist nun bereits seit zwei Jahren bei den BG Baskets Hamburg und hast deinen Vertrag vergangene Woche um zwei weitere Jahre verlängert. Wie schätzt du die Möglichkeiten der BG Baskets in der kommenden Spielzeit ein?

Unser Team gehört aktuell zu den zehn besten Rollstuhlbasketballmannschaften Europas und es haben bereits viele gute Spieler für diesen Verein gespielt. Hamburg ist eine große Stadt und es gibt deutschlandweit nicht viele Teams, die junge und talentierte Spieler in ihren Reihen haben. Da gibt es für uns großes Potenzial, das wir in Zukunft ausschöpfen wollen. Und mit den Hamburg Towers und den BG Baskets in der ersten Bundesliga kann man Hamburg durchaus als Basketballstadt bezeichnen.

Die Stadt Hamburg ist inzwischen ein Teil deines Lebens geworden. Ist es für dich bereits eine Art zweite Heimat?

Ich lebe und spiele hier jetzt schon seit zwei Jahren und in der Zeit durfte ich viele neue Leute kennenlernen, die heute zu Freunden geworden sind. Für mich persönlich ist ein Ort, an dem ich meine Freunde, meine Familie und meinen Sport, den Rollstuhlbasketball, vereinbaren kann, mein Zuhause. Man kann also definitiv sagen, dass die Stadt Hamburg für mich eine zweite Heimat geworden ist.

Du nimmst regelmäßig an den Aurubis-Inklusionstagen teil, bei denen ihr Schulen besucht, um die Grenzen und Barrieren zwischen Menschen mit und ohne Behinderung bei Kindern zu überwinden. Wie reagieren die Kids auf euch Rollstuhlbasketballer?

Ich liebe die Projekte an den Schulen, sie sind neben dem Sport an sich auf jeden Fall meine Lieblingstätigkeit. Anfangs haben die wenigsten Kinder eine Vorstellung von unserem Sport und von dem alltäglichen Leben im Rollstuhl. Sie wollen lediglich den Rollstuhl ausprobieren und ein wenig damit spielen. Oft wundern sich die Kids, wie wir den Rollstuhl und den Basketball gleichzeitig steuern und kontrollieren können, wie wir auf einem Reifen springen können, oder wie wir wieder aufstehen, wenn wir fallen. Dementsprechend werden bei den Schulbesuchen auch immer viele Fragen gestellt – teilweise auch Fragen, die ins Persönliche gehen und den Sport nicht betreffen -, was mich persönlich sehr freut.

Zum Abschluss erfolgt immer auch ein kleines Rollstuhlbasketballspiel in den Schulen. Welchen Eindruck haben die Schülerinnen und Schüler in Bezug auf den Rollstuhlsport nachdem sie es selbst ausprobiert haben?

Es ist sehr spannend zu sehen, wie die Kinder gegeneinander antreten und versuchen, Körbe zu werfen. Es kümmert sie nicht, wie groß der Ball ist oder wie hoch der Korb hängt, sie wollen den Ball nur in den Korb werfen. Das finde ich toll zu sehen und es erinnert mich daran, auch in harten Situationen nicht aufzugeben.

Aktuell machst du selber den Trainerschein. Wie kamst du zu dieser Entscheidung?

Ich spiele nun bereits seit 25 Jahren Rollstuhlbasketball und bin seit 16 Jahren Profi. Die Erfahrungen, die ich in dieser Zeit in verschiedenen Ländern und Ligen sammeln konnte, möchte ich gerne weitergeben. Es wird ganz klar eine neue Erfahrung für mich sein als Trainer zu arbeiten - das ist eine ganz andere Aufgabe, als „nur“ ein Spieler zu sein. Ich freue mich darauf, von anderen lernen zu dürfen und neues Wissen über unseren Sport zu erhalten. Ich liebe diesen Sport sehr und tue alles, um an diesem auch in Zukunft aktiv teilnehmen zu können.


08
Mai '19
  • Interview der Woche