
Verein
21.06.26
Ein Jahr im Amt: „Viel bewegt, viel vor uns“
Genau ein Jahr nach ihrer Wahl zieht das HSV-Präsidium mit Henrik Köncke, Laura Ludwig und Michael Papenfuß Bilanz. Im Gespräch geht es um das Wachstum des Vereins, neue Beteiligungsmöglichkeiten und sportliche Highlights innerhalb der HSV-Familie.
Wenn ihr auf euer erstes gemeinsames Jahr im Amt schaut: Wie fällt euer Gesamtfazit aus?
Henrik Köncke: Es war ein im positiven Sinne sehr intensives erstes Jahr, in dem wir an vielen Stellen gleichzeitig arbeiten durften. Wir haben wichtige Projekte vorangebracht und neue Themen angestoßen. Gleichzeitig haben wir hautnah gespürt, wie viel Potenzial in diesem Verein steckt. Die Mitgliederentwicklung, das neu eröffnete HSV-Zentrum am Volkspark oder die Gründung des Supporters Trust zeigen, dass sehr viel in Bewegung ist und sich der Verein spürbar weiterentwickelt.
Laura Ludwig: Mich begeistert vor allem, wie lebendig der HSV ist. In diesem Jahr sind an ganz vielen Stellen gleichzeitig Dinge weitergewachsen, ob im Sport, im Nachwuchs, im Ehrenamt oder bei unseren Angeboten. Diese Vielfalt macht den Verein aus.
Michael Papenfuß: Aus meiner Sicht war es vor allem auch ein Jahr des Umsetzens. Wir haben nicht nur über Themen gesprochen, sondern sie konkret vorangebracht. Das betrifft die wirtschaftliche und strukturelle Basis des Vereins genauso wie unsere Sportstätten oder die Beteiligungsmöglichkeiten für Mitglieder.
Ein besonders sichtbares Zeichen dieser Entwicklung ist die Marke von 150.000 Mitgliedern. Was bedeutet dieser Meilenstein für euch?
Köncke: 150.000 Mitglieder stehen für eine starke Identifikation mit dem HSV, sowohl in Hamburg als auch darüber hinaus. Daraus entsteht für uns der klare Anspruch, den Verein so weiterzuentwickeln, dass sich Menschen weiterhin bewusst für ihn entscheiden. Die HSV-Familie verbindet Generationen, Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen und sogar aus vielen Ländern. Entscheidend ist dabei nicht nur die Anzahl, sondern die Vielfalt der Menschen im HSV.

Papenfuß: Diese Entwicklung kommt nicht aus dem Nichts. Der Zuspruch seitens der HSV-Mitglieder wächst seit Jahren kontinuierlich und trägt dazu bei, dass der HSV in vielen Bereichen eine positive Entwicklung genommen hat. Für uns ist das ein Auftrag, das Vertrauen, den Rückhalt und das Engagement der HSVerinnen und HSVer zu rechtfertigen und den eingeschlagenen Weg gemeinsam weiterzugehen.
Ein zweites großes Thema, das euch während des vergangenen Jahres begleitet hat, ist der Supporters Trust.
Köncke: Die Gründung des Trusts ist ein riesiger Schritt. Aus einer Idee ist damit Realität geworden. Dass sich bereits mehr als 3.000 HSVerinnen und HSVer beteiligen, freut uns enorm. Das ist ein Treiber für viele wichtige Themen.
Ludwig: Besonders stark finde ich, dass der Impuls aus dem Inneren des Vereins selbst kam. Es geht nicht um ein abstraktes Konstrukt, sondern um eine zusätzliche Möglichkeit, sich strukturell einzubringen. Das passt zum HSV.
Mit dem HSV-Zentrum am Volkspark hat der Verein Anfang 2026 auch infrastrukturell ein starkes Zeichen gesetzt. Welchen Stellenwert hat dieses Projekt?
Köncke: Die Eröffnung des HSV-Zentrums war ein ganz besonderer Moment. Dort ist ein Ort entstanden, der Inklusions-, Breiten- und Spitzensport verbindet und vielen Sportarten eine neue Heimat gibt. Das steht sinnbildlich dafür, wie wir Infrastruktur beim HSV ganzheitlich denken. Mit dem geplanten Einzug der Vereinsgastronomie „Barkasse“ wird noch ein weiterer Mehrwert entstehen. Dadurch verzahnen wir den Sport noch enger mit der Fangemeinde, was wichtig für unsere Vereinskultur ist.
Ludwig: Aus sportlicher Sicht ist das ein großer Schritt nach vorne. Das Zentrum schafft bessere Trainings- und Wettkampfbedingungen für ganz unterschiedliche Gruppen im Verein. Dass dort etwa Rollstuhlbasketball, Handball, Boxen und Gesundheitssportangebote ihren Platz haben, zeigt die Bandbreite sehr gut.
Papenfuß: Gleichzeitig ist das Zentrum mehr als ein Sportstandort. Es ist auch ein organisatorischer Mittelpunkt des Vereins. Hier arbeiten Geschäftsstelle und Gremien zusammen und auch unsere diesjährige Mitgliederversammlung fand erstmals dort statt. Wichtig ist uns aber: Wir denken Infrastruktur nicht nur punktuell, sondern in der Breite weiter.

Köncke: Das sieht man auch an unseren weiteren Standorten. Neue Sportangebote wie die Padel-Courts auf der Paul Hauenschild Sportanlage oder inklusive Formate auf der Sportanlage Königshütter Straße zeigen, wie sich der Verein weiterentwickelt und noch sichtbarer wird.
Sportlich war das Jahr ebenfalls sehr reich an Geschichten. Welche Entwicklungen stehen für euch besonders sinnbildlich für den HSV e.V.?
Ludwig: Sportlich war dieses Jahr extrem vielfältig. Von der Leichtathletik bis zum weiblichen Nachwuchsfußball sehen wir an vielen Stellen, dass wir unseren Sportlerinnen und Sportlern gute Strukturen bieten können. Daran wollen und werden wir weiter arbeiten, um noch häufiger solche Erfolge wie den 100-Meter-Rekordsprint von Owen Ansah oder den U17-Europameistertitel unserer Nachwuchsfußballerinnen zu feiern.
Köncke: Genau deshalb arbeiten wir weiter daran, die Rahmenbedingungen zu verbessern – in der Spitze genauso wie in der Breite. Ein Beispiel dafür ist die Zertifizierung als DFB-Talentförderzentrum im weiblichen Nachwuchsfußball. Zugleich ist es für den Breitensport wichtig, dass wir das Ehrenamt als zentrale Grundlage für den gesamten Sport weiter stärken.
Wie erlebt ihr die Zusammenarbeit im Präsidium nach diesem ersten Jahr?
Papenfuß: Sehr vertrauensvoll und konstruktiv. Wir bringen unterschiedliche Perspektiven ein, aber genau das hilft uns, gemeinsam gute Lösungen zu finden. Entscheidend ist, dass wir dieselbe Grundidee teilen: den Verein zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Ludwig: Ich empfinde die Zusammenarbeit als offen und sehr wertschätzend. Gerade in einem so vielseitigen Verein ist es wichtig, dass man Themen gemeinsam denkt und unterschiedliche Erfahrungen einbringt.
Köncke: Der enge Austausch im Präsidium war von Anfang an eine wichtige Grundlage. In einem Jahr, in dem vieles parallel gelaufen ist, war das besonders wertvoll.
Zum Abschluss: Worauf richtet sich euer Blick in den kommenden Monaten?
Köncke: Wir wollen die eingeleiteten Entwicklungen konsequent fortsetzen. Mit Fokus auf die Professionalisierung und Stärkung unserer Strukturen und die ganzheitliche Entwicklung des Vereins.
Ludwig: Als Sportlerin ist es mir natürlich wichtig, dass wir die Möglichkeiten für Sport im HSV weiter ausbauen. Es geht darum, Menschen für Bewegung und Gemeinschaft zu begeistern.
Papenfuß: Und wir werden weiter intensiv daran arbeiten, dafür belastbare Grundlagen zu schaffen, organisatorisch und wirtschaftlich - für unseren HSV.




