
Sportangbeote
29.05.26
„Ein Tor im HSV-Trikot zu erzielen, wäre etwas ganz Besonderes“
Für den HSV steht am kommenden Wochenende (30./31. Mai) der erste Spieltag der Amputierten-Fußball-Bundesliga an. Im Fokus steht dabei auch Neuzugang Philip Dern, der nach einem schweren Unfall über den HSV zurück auf den Fußballplatz gefunden hat.
Für die Amputierten-Fußballer des HSV beginnt an diesem Wochenende die neue Bundesliga-Saison. In Essenheim bei Mainz treffen die Rothosen an den ersten beiden Spieltagen auf den Titelverteidiger 1. FSV Mainz 05, Anpfiff Hoffenheim und den KFC Uerdingen. Fortuna Düsseldorf und Preussen Berlin haben ihre Teams vor der Saison zurückgezogen. Direkt zum Auftakt wartet dabei am Sonnabend um 12.30 Uhr die Neuauflage des letztjährigen Finals gegen Mainz, das die Hamburger 2025 mit 1:3 verloren.

Mit dabei ist auch Philip Dern. Der 32-Jährige aus Hamburg gehört seit dem Spätsommer 2025 zum HSV-Team und arbeitet sich Schritt für Schritt zurück in den Sport. Fußball spielte Dern schon seit seiner Kindheit, ehe er 2018 bei einem schweren Unfall seinen rechten Unterschenkel verlor. „Ich dachte danach eigentlich, dass das Thema Fußball komplett durch wäre“, erinnert sich der gebürtige Kaltenkirchener.
Über Freunde erfuhr Dern schließlich vom Inklusionsangebot beim HSV. „Für mich schien das erstmal unmöglich, weil der HSV so ein riesiger Club ist und ich mir schwer vorstellen konnte, dass ich irgendwann für die Raute auflaufen darf.“ Nach einer Einladung von Trainer Friedrich Stender wurde er schnell Teil der Mannschaft und steht nun in der ersten vollen Saison für die Rothosen auf dem Platz.
Besonders emotional ist für Dern die Rückkehr auf den Fußballplatz auch wegen seiner engen Verbindung zum HSV. „Mein Vater hat mich damals an die Hand genommen und gesagt: Du bist jetzt HSV-Fan“, erzählt er. „Der HSV ist einfach allgegenwärtig in der Stadt. Umso stolzer bin ich jetzt, fester Bestandteil des Teams zu sein.“ Sportlich bedeutet das für ihn aktuell vor allem viel Arbeit. Da er vor seinem Unfall Rechtsfuß war, muss er sich nun komplett auf links umstellen. „Der Ablauf stimmt noch nicht so ganz. Beim Schusstraining fehlt noch etwas der Druck hinter dem Ball. Aber mit Friedrich machen wir da noch Feintuning.“
Auch insgesamt steht der HSV vor einer spannenden Saison. Nach einigen personellen Veränderungen liegt der Fokus zunächst darauf, als Mannschaft zusammenzuwachsen. Gleichzeitig bringt die neue Spielzeit zusätzliche Herausforderungen mit sich: Gespielt wird künftig auf internationaler Feldgröße und mit sechs statt vier Feldspielern. „Da ist für alle erstmal Umgewöhnung gefragt und eine gute Kondition wichtig“, sagt Dern, der sich mit individuellem Kraft- und Balltraining intensiv vorbereitet hat.
Die Vorfreude auf den Saisonstart ist beim Vizemeister dennoch groß. „Wir sind alle motiviert und haben viel trainiert“, betont Dern. Persönlich möchte er sich vor allem „in den Dienst der Mannschaft stellen“ und wichtige Punkte für den HSV holen. Ein Traum soll dabei aber nicht zu kurz kommen: „Ein Tor im HSV-Trikot zu erzielen, wäre etwas ganz Besonderes.“
Wer Dern und die Amputierten-Fußballer des HSV live verfolgen will, kann hier im Livestream einschalten.
Titelbild: Philip Dern (obere Reihe, 3. v.l.)
Bild im Text von Samira Schmidt




