
Spitzensport
31.07.25
Leichtathletik-DM: Medaillenanwärter:innen im Fokus
Heute startet die Deutsche Meisterschaft der Leichtathletik in Dresden – vier Athlet:innen des HSV haben realistische Chancen auf Edelmetall. Wir nehmen sie genauer unter die Lupe.
Mit insgesamt 27 Athlet:innen ist der HSV nach Dresden zur Leichtathletik-DM gereist. Im Heinz-Steyer-Stadion finden am Donnerstag (31. Juli) und Freitag (1. August) die Mehrkämpfe statt, am Wochenende (2./3. August) folgen die Einzelentscheidungen und Staffeln. Einige Hamburger:innen zählen dabei zu den Mitfavorit:innen – oder wie es HSV-Spitzensportkoordinator Nils Lillie formulierte: „Wir haben einige heiße Eisen im Feuer.“ Wir stellen vier von ihnen vor.

Owen Ansah – Schnellster Mann Deutschlands
Owen Ansah ist der Mann mit den 9,99 Sekunden: Bei der DM 2024 in Braunschweig lief der 24-Jährige als erster Deutscher überhaupt unter zehn Sekunden über 100 Meter – Rekord und Titel zugleich. Zudem holte er vergangenes Jahr mit der 4x100-Meter-Staffel EM-Bronze in Rom und ging in Paris bei den Olympischen Spielen an den Start.
In diesem Jahr ist er über die 100 und 200 Meter gemeldet. Ansah geht ambitioniert, aber fokussiert ins DM-Wochenende: „Die Deutschen Meisterschaften sind immer etwas Besonderes. Ich freue mich riesig, weil man sich mit den besten Sprintern Deutschlands messen kann und will ganz vorne mitlaufen.“

Lucas Ansah-Peprah – Der Jahresschnellste
Einer seiner härtesten Konkurrenten kommt aus dem eigenen Team: Lucas Ansah-Peprah. Der 25-Jährige lief die 100 Meter im Juni bereits in 10,00 Sekunden – aktuell deutsche Jahresbestleistung. Auch er holte 2024 bei der EM mit der Staffel Bronze und nahm bereits an zwei Olympischen Spielen teil. 2021 wurde er Deutscher Vizemeister über 100 Meter, im letzten Jahr Fünfter.
Der gebürtige Stuttgarter wird ebenfalls über die 100 sowie 200 Meter starten und gibt sich angriffslustig: „Die Vorfreude ist riesig. Ich habe die WM-Norm schon in der Tasche und kann die DM gelassen angehen – aber mein Ziel ist ganz klar der Titel. Ich war schon oft nah dran, diesmal will ich ihn mir holen.“

Manuel Mordi – Titelverteidiger über die Hürden
Über die 110 Meter Hürden ist Manuel Mordi einer der Besten Deutschlands. Der 21-Jährige ist amtierender Deutscher Meister – und das gleich zweimal in Folge. Letztes Jahr nahm er an den Olympischen Spielen teil und wurde dieses Jahr bereits Deutscher Meister über die 60 Meter Hürden in der Halle.
Trotz Höhen und Tiefen in der Saison blickt Mordi positiv auf die DM: „Ich habe richtig Bock. Ich will locker bleiben, mich auf meine Stärken konzentrieren und am Ende natürlich meinen Titel verteidigen.“ Im Finale ist ein enges Rennen zu erwarten: Beim letzten Duell mit dem ärgster Konkurrenten Gregory Minoue am vergangenen Wochenende lag Mordi zwei Hundertstel zurück – die Tagesform dürfte über den Titel entscheiden.

Vanessa Baldé – Mit EM-Silber im Rücken
Vanessa Baldé hat in dieser Saison einen Riesenschritt gemacht: Nach Silber bei der U23-DM Anfang des Monats gewann sie auch bei der U23-EM sensationell die Silbermedaille über die 400 Meter Hürden – in persönlicher Bestzeit von 55,36 Sekunden. Damit verbesserte die 22-Jährige ihre Bestzeit in wenigen Monaten um über eine Sekunde und reist somit mit der drittschnellsten Zeit aller Starterinnen zur DM der Erwachsenen.
Auch bei der jungen Hürdenläuferin ist die Vorfreude groß: „Ich habe richtig Lust! In einem vollen Stadion zu laufen, mit so vielen guten Athletinnen – das ist ein Geschenk. Mein Saisonhöhepunkt war die U23-EM, jetzt ist alles Bonus.“
Weitere Finalchancen für das HSV-Team
Auch abseits der vier Medaillenanwärter:innen gibt es beim HSV berechtigte Hoffnungen auf gute Platzierungen: Die 4x100-Meter-Staffel der Männer könnte auch trotz des Verzichts von Ansah und Ansah-Peprah eine Medaille holen. Line Schröder (100m Hürden) sowie Louise Wieland (200m) haben Finalchancen und Lasse Pixberg ist im Zehnkampf mit der viertbesten Punktzahl gemeldet – und im Mehrkampf ist alles möglich. Für viele weitere Athlet:innen wäre eine Finalteilnahme bereits ein großer Erfolg. Einzelne Überraschungen sind dem Team dennoch jederzeit zuzutrauen.
Die Wettkämpfe werden in der ARD und dem ZDF live übertragen. Zum Livestream.
Zeitplan der Medaillenanwärter:innen
Owen Ansah & Lucas Ansah-Peprah:
100 Meter, Sonnabend: 15.00 Uhr (Vorlauf); 17.45 Uhr (Halbfinale); 19.01 Uhr (Finale)
200 Meter, Sonntag: 16.40 Uhr (Halbfinale); 18.45 Uhr (Finale)
Manuel Mordi:
110 Meter Hürden, Sonnabend: 16.00 Uhr (Halbfinale); 18.35 Uhr (Finale)
Vanessa Baldé:
400 Meter Hürden: Sonnabend 16.50 Uhr (Halbfinale); Sonntag 15.45 Uhr (Finale)